• Sony A7 III

    meine erste Einschätzung

Sony A7 III – meine erste Einschätzung

Vergangenen Donnerstag konnte ich euch freudestrahlend berichten: Da ist das Ding.

Knapp zwei Wochen nach meiner Bestellung hielt ich sie in der Hand, meine Sony A7 III*. Das Thema Sony wird mich in der nächsten Zeit sehr beschäftigen und das werdet ihr sicher auch auf dem Blog mitbekommen. Heute ist es aber erst einmal Zeit für einen ganz ganz kurzen Ersteindruck. Kein komplettes Review, keine Beispielbilder für Pixelpeeper oder sonstwas.

Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen das neue Schmuckstück direkt auf einer Hochzeit am Samstag mitzunehmen und gemeinsam mit meinen Nikon D750* zu nutzen. Ebenfalls dabei war das Samyang 35mm*, mein derzeit einziges Vollformat-Objektiv für Sony E-Mount.

Worum geht´s?

Kleine Background Story. Ich besaß bereits die erste Version der Sony A7, kenne mich also ein klein wenig mit dem System und der Bedienung aus. Dachte ich zumindest. Was man in 4 Jahren alles vergessen kann ist schon erschreckend.

Die letzten Jahre habe ich Jobs und vor allem Hochzeiten mit der D750 von Nikon fotografiert. Aus meiner Sicht nach wie vor die beste Reportage-DSLR für um die 2.000€. Im Grunde gab es wenig Gründe zu wechseln, aber mit der A7 III hat Sony im Grunde alles in die Kamera eingebaut, was mir in der ersten und in der zweiten Generation fehlte.

Ich bin im tiefsten Inneren überzeugt von spiegellosen Systemen und auch der Meinung, dass in 2-3 Kameragenerationen die Spiegelreflexkameras tatsächlich komplett abgelöst werden. Die Entwicklung geht in großen Schritten voran und in vielen Punkten hat man als Nutzer von DSLM mehr Vorteile als Nachteile. Zumindest auf dem Papier.

Meine persönlichen Tops und Flops der Sony A7 III im Vergleich zur Nikon D750 lest ihr hier.

Was ist gut an der Sony A7 III?

Die Akkulaufzeit ist genial. Das war immer ein Knackpunkt bei den spiegellosen Kameras. Logisch, der Sucher ist ein Display, das braucht Strom. Der Liveview am hinteren Display ist im Grunde auch immer an, das braucht Strom. Das ganze Autofokussystem funktioniert etwas anders und ihr ahnt es schon, das braucht Strom. Wer viel Schnickedöns will, verbraucht ordentlich Akku.

Die A7 III nutzt die gleichen Akkus wie die große Schwester, die Sony A9. FZ100* heißen die und mit 2280mAh haben die kleinen schwarzen Klötze auch ordentlich Saft. Ich habe keine stromsparenden Funktionen eingestellt (Flugmodus z.B. sollte man wohl einschalten, habe ich im Nachhinein erfahren) und war beeindruckt. Ich habe auf der Hochzeit exakt 2.356 Bilder mit der Sony geschossen und 1,5 Akkus verbraten. Das macht über 1.500 Bilder pro Akkuladung. Ich benutze nur originale Sony Akkus, mittlerweile gibt es aber auch Akkus von Drittherstellern. Sollten meine insgesamt 3 Akkus doch mal leergeschossen werden, kann man die Sony A7 III im laufenden Betrieb mit einer Powerbank über USB laden. Ja, im laufenden Betrieb, ihr könnt also damit weiterarbeiten während die Kamera geladen wird.

Meine etwas in die Jahre gekommen Akkus der D750 schaffen auf jeden Fall nicht mehr so viele Auslösungen.

Der Live-View ist ein Segen. Vor einiger Zeit sagte ich bei uns im Podcast noch, dass ich wenig Interesse daran habe im Live-View zu shooten.

Wer mag es mir verdenken, denn Fotografieren im Live-View an der Nikon D750 ist ein echter Krampf. Der Autofokus ist so dermaßen langsam, dass es einfach keine Freude macht und sich im Grunde nur für Stills eignet.

Ganz anders bei der Sony. Autofokus im Live View: einfachste Aufgabe. Ich kam mir zwar hin und wieder etwas dämlich vor, auf das Display zu schauen wie ein Urlaubs-Hobby-Knipser mit seiner Kompaktkamera von Casio, aber mit fortschreitender Zeit hab ich diese Scham immer mehr abgelegt und über den Live-View ganz gute Ergebnisse erzielt.

Vor allem wenn man Details, Deko, aber auch spielende, laufende Kinder fotografieren will ist die Körperhaltung deutlich angenehmer als sich ständig zu bücken oder hinzuknien.

Der Autofokus ist ein Killerfeature. Eins Vorweg. Der Autofokus der Nikon D750 ist schon extrem gut. Ich hatte da nie Probleme. Der AF der Sony A7 III ist ebenfalls verdammt schnell, bringt aber zusätzlich einige wirklich coole Features mit.

Ich habe den AF nur im continuous mode (AF-C) benutzt und mir einen kleinen AF Punkt, den ich mit dem Joystick oder per Touchscreen verschieben kann, eingestellt. Zusätzlich habe ich eingestellt, dass wenn in der Nähe des AF-Punktes ein Gesicht erkannt wird, die Kamera den Gesichts AF nutzen soll.

Natürlich habe ich hier keine super umfangreiche Auswertung betrieben, aber gefühlt saß der Fokus bei fast allen shots. Den hochgelobten Eye-AF habe ich fast gar nicht benutzt. Nicht weil er irgendwie doch doof ist, sondern ich habe ihn schlichtweg vergessen. Nächstes Mal!

Silent Shutter. Der ist wirklich lautlos. Für Reportagesituationen einfach genial. Mir selbst hat zwar ab und zu das Feedback gefehlt und ich habe erstaunlich oft kontrolliert, ob wirklich grad ein Bild aufgenommen wurde, aber ich bewerte das dennoch als positiv, da werde ich mich definitiv dran gewöhnen.

Vorsicht bei LED Licht, da gibt es ganz unschöne Balken auf dem Bild und man sollte den Silent Shutter deaktivieren. Ich habe mir die Funktion auf einen Custom Key gelegt.

Was nervt mich an der Sony A7 III?

Kleiner Disclaimer: Einige Punkte sind Gewöhnungssache. Das weiß ich. Andere kann man vielleicht deaktivieren oder so konfigurieren, dass es mich nicht mehr nervt. Wenn ihr da was wisst, dann bitte in die Kommentare mit euren Tipps. Ich würde den Artikel dann ggfs. anpassen oder ergänzen.

Das fehlende Schulterdisplay hat mich sehr gestört. Mir war bis zu dem Zeitpunkt gar nicht bewusst wie oft ich auf das Schulterdisplay meiner D750 schaue, um die aktuellen Einstellungen, Akkustand, etc. zu prüfen.

Vor allem kontrolliere ich oft die eingestellte Blende. Überwiegend fotografiere ich sehr offenblendig, meist auf f2. Sind mehrere Personen auf dem Bild blende ich aber auch schnell mal ab. Bei der Sony muss ich jedesmal aufs hintere Display oder durch den Sucher schauen um die Einstellungen zu checken. Werde ich mich dran gewöhnen müssen.

Der Sucher ist Geschmackssache. Jaja, nie wieder fehlbelichten und ja, so viele Informationen die man sich in den elektronischen Sucher einblenden lassen kann. Ich kenne die Argumentationen.

Wirklich fehlbelichtet habe ich vorher auch nie und ganz ehrlich, der Sucher der Sony A7 III ist gut, aber etwas schärfer und besser sehe ich durch einen optischen Sucher. Kein Dealbreaker, reine Geschmackssache.

Einstellungen und Menü. Ich halte mich wirklich für technikaffin und ich bin auch nicht schwer von Begriff. Wie Sony aber einige Menüpunkte benannt hat ist grausam.

Klar ist auch, wer viel einstellen und customizen will, der braucht viele Menüpunkte. Im Normalfall wühlt man sich da auch nicht ständig durch, sondern stellt einmal alles vernünftig ein. Manche Funktionen verhalten sich aber unerwartet, um nicht zu sagen saublöd. Beispiele gefällig?

Ihr wisst es sicher, ich stehe auf zwei Kartenslots. Mir ist das wichtig. Die Sony A7 III hat zwei SD Kartenslots. Im Menü habe ich das simultane Speichern auf beiden Slots eingestellt. Mache ich ein Foto wird dieses auf beide Karten gespeichert. Soweit so gut. Leider kann ich jetzt NUR noch mit zwei eingelegten Karten fotografieren. Versuche ich ein Foto zu machen und habe nur eine Karte eingelegt erscheint eine Fehlermeldung. Kann man jetzt gut finden, ich finds doof. Wenn ich kurz zu Hause ein paar Testbilder machen will muss immer eine zweite Karte eingelegt werden oder ich suche, wie eben, etwa 3 Minuten im Menü und stelle die Funktion wieder um, darf dann aber vor dem nächsten Auftrag nicht vergessen die simultane Speicherung wieder zu aktivieren. God bless you Nikon.

Zweites Beispiel. Ich kann der Kamera sagen, dass mir jedes Mal wenn ich ein Bild mache eine Vorschau des Bildes angezeigt wird. Hier lassen sich auch die Sekunden konfigurieren. Ich kann mir also jedes geschossene Foto 2 Sekunden lang anzeigen lassen. Eine gute und von mir häufig genutzte Funktion an meiner Nikon. Leider wird das Bild aber auch im elektronischen Sucher 2 Sekunden lang eingeblendet, was bei schnelleren Sequenzen einfach nur abartig nervt. Eine Option a la “zeige die Vorschau nur auf dem hinteren Display” wäre wünschenswert. Vielleicht sehe ich im Menü aber auch den Wald vor lauter Bäumen nicht.

Die Performance. Um Himmelswillen, ich will hier gar nicht sagen, dass die Performance schlecht ist. Die ist sogar außerordentlich gut, aber zwei Punkte sind mir beim ersten Einsatz aufgefallen.

Erstens ein absolutes No-Go: Die Kamera hat sich aufgehangen. Ich habe etwa 5-6 Bilder in Serie geschossen. Schnelle Speicherkarten verwendet und die Speicheranzeige am oberen Displayrand verriet mir auch, dass die Bilder bereits auf die Karte geschrieben wurden. Das Display frierte ein, nichts ging mehr. Kurzes Aus- und Anschalten hat das Problem zwar gelöst, ein paar Schweißperlen hatte ich dennoch auf der Stirn.

Zweitens dauert es etwas zu lang bis der elektronische Sucher angeht. Ihr kennt das, man reißt die Kamera nach oben, Auge an den Sucher und drückt ab. Das war bisher bei meinen optischen Suchern selbstverständlich kein Problem. Bei der Sony ist es mir 2-3 mal aufgefallen, dass ich gern schon das Bild gemacht hätte, der Sucher aber noch nicht “bereit” war.

Was ich noch gar nicht beurteilen kann?

Autofokus in wirklich dunklen Situationen. Hatte ich auf der letzten Hochzeit einfach nicht und solche “ich teste das mal eben zu Hause”-Tests entsprechen meist auch nicht dem, was man bei Hochzeiten so vorfindet.

Dynamikumfang und Rauschverhalten. Ich habe die Bilder bislang nur gesichtet, nicht wirklich bearbeitet und nur rudimentär an den Reglern gespielt. Der erste Eindruck ist sehr gut, aber ein abschließendes Fazit steht aus.

Steady Shot. So nennt Sony den Bildstabilisator. Ich hatte den immer aktiviert, kam mit meinen Belichtungszeiten aber auch nie in Bedrängnis. Müsste man mal ausführlicher und vor allem mit längeren Brennweiten testen.

Das Samyang 35mm 1.4 AF. Ich kann da noch keine wirklichen Vergleiche zum sigma 35mm ziehen. Vermutlich ist es etwas weicher, aber es ist auf keinen Fall schlecht. Der Fokus ist schnell, das Bokeh schön und die Linse ist gut verarbeitet. Könnte ein echter Preis/Leistungs-Tipp sein.

Hast Du Fragen oder Tipps?

Dann bitte ab damit in die Kommentare oder gern auch per Mail an hello@marvinstellmach.com. Ich lerne ja selbst noch die Kamera so zu konfigurieren wie es mir passt.

In ein paar Wochen werde ich vermutlich noch einmal ausführlich berichten, vielleicht haben sich dann ein paar negative Punkte für mich in Luft aufgelöst.

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